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Krankheitsbilder

Tennisellenbogen (Epikondylitis humeri radialis)
zur Behandlung der Epikondylitis humeri radialis stehen je nach Beschwerdeausmaß und Dauer der Erkrankung konservative und operative Verfahren zur Verfügung.


Diagnostik
Durch die typischen Beschwerden ist die Diagnose zumeist einfach zu stellen. Mit eine Röntgenaufnahme des Ellenbogengelenkes sollten andere, gelenk- bedingte Ursachen für die Beschwerden aus- geschlossen werden.
Typisch bei der Untersuchung ist der lokal begrenzte Druckschmerz über dem äußeren Oberarmknorren. Die Schmerzen sind hervorzurufen bei Handgelenks- und Fingerstreckung, wobei der untersuchende Arzt gegen das gestreckte Handgelenk drückt (Provokationstest, Chairtest). Bei eindeutigen Beschwerden, Untersuchungsbefunden und einer unauffälligen Röntgenuntersuchung sind Ultraschall- untersuchung, Computertomographie oder Kern- spintomographie überflüssig.
Bei der klinischen Untersuchung muß die Muskelspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur überprüft werden, damit ein schmerzverstärkendes oder –unterhaltendes Schulter-Nacken-Syndrom mit behandelt werden kann. Auch andere Erkrankungen sollten ausgeschlossen werden.
Insbesondere Lähmungen, Gefühlsstörungen, Schwindel oder Verfärbungen der Finger bei Hochheben des Armes weisen auf andere Ursachen für die Schmerzen hin. Bei diesen Beschwerden müssen folgende Erkrankungen ausgeschlossen werden: Einengung des Speichennerven (N.radialis) im Unterarmbereich (Supinator-Schlitz-Syndrom), Einengung von Nerven an der Halswirbelsäule sowie Einengung der blutzuführenden (Arterien) oder -abführenden (Venen) Blutgefäße im Schulter- gürtelbereich (Thoracic-Inlet oder Thoracic-Outlet-Syndrom).

Therapie
Durch eine konsequente, nicht operative Behandlung können die Beschwerden des Tennisellenbogens bei über 80% der Patienten verbessert oder vollständig beseitigt werden. Behandlungen am Ellenbogen, die zu einer Erniedrigung der Schmerzempfindlichkeit führen, sind die lokale Behandlung mit Eis, eine spezielle Massagetherapie (Querfriktionsbehandlung), krankengymnastische Behandlung, eine Elektrotherapie und das Tragen einer Druck- manschette, welche in Orthopädiefachgeschäften erhältlich ist.
Insbesondere bei akuten Überbelastungen kann die Behandlung durch eine zweiwöchige Gipsruhigstellung des Ellenbogen- und Handgelenkes erfolgen. Dies kann unterstützt werden durch die Einnahme von entzündungshemmenden, schmerzlindernden und nicht kortisonhaltigen Medikamenten (nicht steroidale Antiphlogistika).
Die Schmerzsymptomatik kann durch eine einmalige, lokale Injektion von einem Gemisch aus einem Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) mit einem kortisonhaltigen Medikament durchbrochen und häufig auf Dauer beseitigt werden. Nur wenn die Schmerzen für einen längeren Zeitraum nach der Injektion vollständig beseitigt waren, kann diese Behandlung nach 10 bis 12 Wochen wiederholt werden, wobei dies nicht häufiger als drei mal geschehen sollte.
Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, daß die Stoßwellenbehandlung (extrakorporale Stoßwellen- therapie) bei einigen Patienten zu einer dauernden Beseitigung der Symptome geführt hat. Die Röntgenreizbestrahlung sollte heute nicht mehr erfolgen.
Eine gleichzeitig bestehende Muskeldysbalance der Schulter-Nacken-Muskulatur sollte durch eine gezielte krankengymnastische Behandlung angegangen werden, wobei die hierbei erlernten Übungen regelmäßig und täglich selbständig fortgeführt werden müssen, um einen andauernden Behandlungserfolg zu erreichen. Dies sollte unterstützt werde durch leichte sportliche Aktivitäten, wobei regelmäßiges Schwimmen zur Kräftigung der gesamten Wirbelsäulenmuskulatur sehr geeignet ist.
Die operative Behandlung muß erwogen werden, wenn alle anderen Behandlungsmaßnahmen zu keinem dauerhaften Erfolg geführt haben, oder die Beschwerden trotz zwischenzeitlicher Besserung immer wieder auftreten. Die früher durchgeführte einfache Einkerbung der Muskelansätze am äußeren Oberarmknorren (Hohmann Operation) hat sich nicht bewährt. Die heute übliche Operation besteht zum einen aus der Durchtrennung der kleinen, schmerzvermittelnden Nerven um den äußeren Oberarmknorren mit gleichzeitigem Ablösen einzelner Muskelanteile (Denervation nach Wilhelm). Diese Operationsmethode ergibt bei gesichertem Tennisellenbogen und nach Ausschöpfung aller konservativen Therapiemaßnahmen sehr gute Ergebnisse.

Copyright Abbildung 1: ASSH, USA

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