oben

Krankheitsbilder

Tendovaginosis (TVS) de Quervain
wie der schnellende Finger ist auch die Tendovaginosis de Quervain auf eine Enge im Bereich der Sehnengleitkanäle zurück zu führen und zeigt sich durch Schmerzen am Handgelenk und Unterarm daumenseitig.

Differenzialdiagnose
Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden hervorrufen können, sind eine Daumensattelgelenksarthrose, eine Arthrose des Handgelenks, Überbeine (Ganglien) in diesem Bereich, seltene Tumoren oder Reizzustände der sensiblen Nerven, die an dieser Stelle passieren.

Behandlung
Eine Therapie der Erkrankung sollte zunächst mit Hilfe nichtoperativer Maßnahmen erfolgen. Eine Ruhigstellung des Daumens für einige Tage kann versucht werden. Dies kann durch Anlage einer Schiene oder eines Gipses erfolgen. Diese Maßnahme kann gegebenenfalls mit der Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten kombiniert werden. Eine weitere Option ist das Einspritzen von Kortison direkt in das Strecksehnenfach. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und nach etwa 4 Wochen keine Besserung der Beschwerden eintritt, sollte eine chirurgische Therapie in Betracht gezogen werden.
Die Operation erfolgt in der Regel ambulant unter Verwendung einer örtlichen Betäubung. Um die Sichtbedingungen während der Operation zu verbessern, wird zudem in Blutleere operiert, d.h. dass der zu operierende Arm mit einer Gummibinde ausgewickelt wird und dann eine Manschette am Oberarm aufgepumpt wird, um ein Nachfließen des Blutes in den dann blutleeren Arm zu verhindern. Zunächst wird die Haut über dem Strecksehnenfach mit einem kurzen Querschnitt eröffnet. Nach Darstellung des Sehnenfachs wird dieses in seiner Länge gespalten. Besonders muss dabei auf einen oberflächlichen Ast des Speichennervs geachtet werden, der im Bereich des Operationsgebietes verläuft. Bei vielen Patienten läuft die Sehne des kurzen Daumenstreckers in einem eigenen kleinen Kanal innerhalb des Streckfaches. Dieser muss dann zusätzlich geöffnet werden. Nachdem das problemlose Gleiten der Sehnen überprüft wurde, kann mit dem Verschluss der Operationswunde begonnen werden.
Nach der Operation werden Handgelenk und Daumen mit einem dicken Verband gestützt. Die Finger müssen jedoch sofort nach der Operation normal bewegt werden, um ein Verkleben der Sehnen in ihren Sehnenscheiden zu verhindern. Die Operationswunde sollte durch den Arzt kontrolliert werden. Die Hautfäden können am 14. Tag nach der Operation entfernt werden.

Mögliche Komplikationen
Allgemeine Komplikationsmöglichkeiten sind Verletzungen anderer Strukturen wie z.B. Blutgefäße, Nerven oder Sehnen, Blutergüsse, Wundinfektion, Auftreten von Blutgerinnseln in Beinen oder Lunge (Thrombose, Embolie), Entwickung eines chronisch regionalen Schmerzsyndroms (sehr selten).
Spezielle Komplikationsmöglichkeiten sind Vernarb- ungen im Bereich der freigelegten Sehnen, Rezidiv (Wiederauftreten der Erkrankung) und Irritation des oberflächlichen Speichennervs.

Prognose
Die Prognose ist gut, d.h. nach der Operation sollten die Beschwerden komplett verschwunden sein und auch nicht wieder auftreten.

« zurück
oben