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Krankheitsbilder

Schnellender Finger (Tendovaginosis stenosans)
das (schmerzhafte) Schnappen von Fingern ist ein relativ häufiges Krankheitsbild, das durch einen kleinen Eingriff schnell behoben werden kann.

Diagnostik
Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch die typische Vorgeschichte sowie die Untersuchung. Bei Druck auf das Ringband im Bereich des Fingergrundgliedes von der Handinnenfläche läßt sich der typische Schmerz auslösen. In frühen Stadien kann man ein Reiben der Beugesehnen tasten oder ein Knötchen im Sehnenbereich vor dem Ringband. In fort- geschrittenen Fällen kann der Finger in Beuge- oder selten auch in Streckstellung blockiert bleiben und das typische Schnappen ausgelöst werden. Beim Kleinkind fällt den Eltern häufig eine feste Stellung des Daumenendgelenkes auf.
Eine Röntgenuntersuchung bzw. kernspinto- mographische Untersuchung sind in der Regel nicht notwendig.

Therapie

Konservativ (nicht-operativ):
Wenn der Finger noch nicht fest blockiert ist, kann ein konservativer Therapieversuch unternommen werden. Durch eine Ruhigstellung und Entlastung der betroffenen Finger soll die chronische Reizung gemindert werden. Zusätzlich können entzündungs- hemmende Medikamente in Form von Tabletten oder als lokale Injektion (Spritze) an die Sehnenscheide erfolgen.

Operativ:
Bei fortgeschrittenem Stadium, langem Verlauf, wenn die konservative Therapie nicht zum Erfolg führt, die Beschwerden des Patienten stark sind oder der Finger in einer Beuge-/Streckstellung fixiert ist, erfolgt der operative Eingriff. Die Operation des schnellenden Fingers erfolgt in der Regel ambulant in örtlicher Betäubung der Hand. Um bei der Operation gute Sichtbedingungen zu gewährleisten und wichtige Strukturen wie Nerven, Blutgefäße und Sehnen zu schonen, wird die Operation in Blutleere durchgeführt. Zu diesem Zweck wird eine Druckmanschette im Bereich des Oberarmes angebracht. Der Hautschnitt erfolgt schräg in Verlängerung der betroffenen Fingerachse über dem Grundgelenk. Über dem Daumen erfolgt die Schnittführung über der körpernahen Daumenbeugefurche im Bereich des Daumengrundgelenkes. Nach Darstellung der neben der Sehne verlaufenden Gefäßnervenbündel werden diese zur Seite gehalten und das 1. Ringband dargestellt. Als nächstes wird das Ringband in der Längsachse gespalten. Entzündlich verändertes Sehnengleitgewebe (Synovialis) wird zusätzlich entfernt. Mit dem Sehnenhäkchen werden die Beugesehnen hervorgezogen, um ein freies Gleiten zu erkennen. Die Sehnen werden auf entzündliche Veränderungen und Verklebungen betrachtet. Bei einer lokalen Betäubung der Hand wird der Patient aufgefordert, die Finger zu beugen, um aktiv das freie Gleiten sicherzustellen. Anschließend wird die Blutleere geöffnet. Es erfolgt eine Hautnaht sowie ein komprimierender Verband.

Nachbehandlung: Um Verklebungen oder Verwachsungen der Beugesehnen zu vermeiden, sollen die Finger bereits am Operationstag bewegt werden. Die Bewegung der Finger kann in Eigenregie erfolgen, wobei man besonders auf die volle Streckfähigkeit der Mittelegelenke achten muss. Bei Schwierigkeiten, z.B. bei Einschränkung der Fingerbeweglichkeit, sollten zusätzlich kranken- gymnastische Übungsbehandlungen erfolgen. Nach zwei Wochen werden die Hautfäden entfernt.

Verlauf: In der Regel ist der Wundschmerz gering ausgeprägt und mit leichten Schmerzmitteln zu behandeln. Die Schnappsymptomatik ist direkt nach der Operation verschwunden. Narbenbeschwerden verschwinden weitgehend in den ersten acht Wochen. Den endgültigen Zustand erreicht die Narbe nach etwa 12 Monaten. Bei schwerer körperlicher Arbeit beträgt die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ca. drei Wochen.


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