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Krankheitsbilder

Lunatumnekrose
bei diesem Krankheitsbild, das auch als Lunatummalazie oder Morbus Kienböck bezeichnet wird, kommt es zu einer fortschreitenden Zerstörung des Mondbeins, was durch die zentrale Stellung dieses Knochens in der Handwurzel schwerwiegende Veränderungen nach sich ziehen kann.


Therapie
Die Behandlung richtet sich nach der Stadien- einteilung. Im Stadium I ist ein Behandlungsversuch durch Gipsruhigstellung für 4 Wochen gerechtfertigt. Regelmäßige klinische Kontrollen sowie eine MRT Kontrolle sind erforderlich.
Bei fortbestehenden Schmerzen sowie im Stadium II und IIIa führen wir eine Verkürzung der Speiche zur Korrektur der Überlänge durch. Dadurch verändern sich die Druckverhältnisse und das Mondbein wird entlastet. Dies kann zu einer Rückbildung oder Stabilisierung der Erkrankung führen. Bei der Operation wird die Speiche um 2-4mm gekürzt und mit einer Platte wieder zusammengefügt. Die Platte kann nach einem Jahr entfernt werden.
Im Stadium IIIb kommt es durch die Höhenminderung des Mondbeines zu einem karpalen Kollaps. Dabei geht das Kahnbein zunehmend in Beugestellung. Ziel der Operation im Stadium IIIb ist eine Stabilisierung der Handwurzel durch Aufrichten des Kahnbeines sowie die Schmerzreduzierung. Dies gelingt gut mit einer Fusion von Kahnbein sowie Trapezium und Trapezoideum ( STT-Arthrodese). Der Eingriff führt zu einer Reduzierung der Schmerzsymptomatik und Verbesserung der Kraft bei nur geringer Ein- schränkung der Beweglichkeit. Die erforderliche Gipsruhigstellung beträgt 6 Wochen. Die zur Stabilisierung benutzten Drähte können meist belassen werden.
Alternativ besteht die Möglichkeit zur Entfernung der körpernahen Handwurzelreihe. Dabei werden Kahnbein, Mondbein und Dreieckbein entfernt (Proximal Row Carpectomy PRC). Welches Verfahren angewendet wird, hängt vom Einzelfall ab.
Im Stadium IV ist es durch den fortgeschrittenen karpalen Kollaps zu einer Arthrose gekommen. Bei intakter Speichengelenkfläche im Bereich des Mondbeines besteht noch die Möglichkeit zur PRC. Eine vorübergehende Schmerzlinderung kann durch eine Durchtrennung der schmerzleitenden Nerven am Handgelenk (Denervation) erzielt werden. Eine sichere Schmerzreduktion wird durch eine Versteifung des Handgelenkes erreicht. Bei der Handgelenksarthrodese wird das Handgelenk durch eine vorgeformte Platte in funktionell günstiger Stellung versteift. Fingerbeweglichkeit und Unterarmumwendung bleiben unbehindert. Durch diesen Eingriff kann häufig auch bei großer Beanspruchung wieder eine gute Belastbarkeit erzielt werden. Die Platte wird in der Regel dauerhaft belassen.

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