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Krankheitsbilder

Karpale Bandverletzungen
am häufigsten kommt es zur Verletzung des Bandes zwischen Kahn- und Mondbein (SL-Band), was unbehandelt zu ähnlich schwerwiegenden Veränderungen führen kann wie die unbehandelte Kahnbeinfraktur.


Therapie
Grundvoraussetzung für eine angemessene Therapie ist die exakte Abklärung der Bandverletzung. Wesentlich ist, ob es sich um eine frische oder eine veraltete Verletzung handelt, ob eine vollständige oder eine teilweise Zerreißung des Bandes vorliegt und ob es durch die Bandzerreißung bereits zu Folgeschäden im Gefüge der Handwurzel gekommen ist, wie dies meist erst bei veralteten Verletzungen der Fall ist.
Frische Bandverletzungen, d.h. solche Verletzungen, die innerhalb der ersten 2 Monate nach Verletzung erkannt werden, können grundsätzlich wieder zur Ausheilung gebracht werden. Die Behandlung erfolgt bei Teilzerreißungen, bei denen es nicht zu einer Fehlstellung der Handwurzel gekommen ist, mittels Ruhigstellung im Gipsschienenverband für 4-6 Wochen. Bei vollständiger Zerreißung des Bandes wird das Band direkt genäht oder bei Abriß vom Knochen wieder an diesem befestigt. Ergänzend muß in diesen Fällen zusätzlich zur Ruhigstellung im Gipsschienenverband eine vorübergehende Fixierung der einzelnen Handwurzelgelenke erfolgen. Hierzu werden Metallstifte eingebracht, die nach Ausheilung des Bandes (ca. 8 Wochen) wieder entfernt werden.
Bei veralteten Bandverletzungen ist die Therapie erheblich schwieriger, da in der Regel eine vollständige Wiederherstellung nicht mehr möglich ist. Andererseits kommt es durch die als Folge der Bandverletzung eingetretene Gefügestörung der Handwurzel zu einer Fehlbelastung der Gelenkflächen, die im weiteren Verlauf einen vorzeitigen Verschleiß des Handgelenkes (Arthrose) bewirkt.
Das Vorgehen richtet sich nach dem Stadium der Verletzung. Bei fehlender oder bei noch korrigierbarer Fehlstellung kommen Korrekturoperationen im Bereich der Gelenkkapsel, bzw. der Hand- gelenkbänder in Betracht, durch die die krankhaft vermehrte Beweglichkeit und damit die Fehlbelastung der Gelenkflächen vermindert wird (sog. Kapsulodeseoperation). Bandersatzoperationen unter Verwendung von Sehnenanteilen haben sich für uns nicht bewährt, Methoden zur Wiederherstellung von Bändern durch Verpflanzung von Knochen-Band-Knochen-Einheiten können derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden.
Bei fortgeschrittenen Veränderungen mit nicht mehr korrigierbarer Fehlstellung kommen in erster Linie Teilversteifungen der Handwurzel in Betracht, um ein Fortschreiten des Gelenkflächenverschleisses zu verhindern. Eine vollständige Versteifung des Handgelenkes kann damit vermieden werden.
Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer möglichst frühzeitigen Diagnosestellung.


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