oben

Krankheitsbilder

Infektionen an der Hand
meist nach Verletzungen, aber auch nach Operationen oder ohne erkennbare Ursache kann es zu lokalen oder die gesamte Hand betreffenden Infektionen kommen.


Diagnostik
Da die oben beschriebene Symptomatik meist eindeutig ist, genügt in der Regel der Blick und die körperliche Untersuchung eines erfahrenen Arztes, um eine korrekte Diagnose zu stellen.
Zusätzlich sollten Röntgenbilder der betroffenen Region angefertigt werden, um eine Beteiligung des Knochens auszuschließen bzw. nachzuweisen. Außerdem können die Messung der Körper- temperatur, die Untersuchung der Entzündungs- zeichen im Blut sowie die Abnahme eines bakteriologischen Wundabstrichs zur Diagnosefindung beitragen.

Therapie
Wie bei jeder eitrigen Entzündung muß der Eiterherd frühzeitig und ausreichend eröffnet und entleert werden. Abgestorbenes Gewebe muss entfernt werden.
Bei einem P. cutaneum genügt unter Umständen eine Abtragung der Eiterblase mit Ausschluß in die Tiefe reichender Fistelgänge, bei einem P. subcutaneum ein seitliches Eröffnen des Herdes durch einen kurzen Hautschnitt, evtl. auch von der Gegenseite mit Durchzug einer Gummilasche.
Gegebenfalls müssen aber größere Areale der Hand eröffnet werden, um ein vollständiges und ausreichendes Ablaufen des Eiters zu gewährleisten. Dazu ist eine Schmerzausschaltung mittels Plexus- oder Allgemeinnarkose sowie die Durchführung der Operation in Blutsperre notwendig. Bei der Schnittführung sind die handchirurgischen Richtlinien zu beachten.
Bei tieferreichenden Panaritien werden die infizierten Knochen-, Gelenk- und Gewebeanteile ausgeräumt, Ketten oder Schwämme mit antibiotisch wirksamen Substanzen und ggf. mehrere Drainagen für einen ungehinderten Sekretabfluß eingelegt.
Bei Beteiligung von Sehnenscheiden müssen diese ausreichend eröffnet und Spüldrainagen eingelegt werden.
Bei phlegmonösen Entzündungen der Hohlhand ist diese ausreichend zu eröffnen und zu spülen. Abgestorbene und entzündete Gewebeanteile werden entfernt und Antibiotika-Ketten oder Schwämme eingelegt.
In den meisten Fällen kann die Operationswunde verschlossen werden.
Bis zur Ausheilung ist eine Ruhigstellung der betroffenen Region durch einen Gipsverband erforder- lich.
Oft sind Kontrollen und Verbandswechsel, unter Umständen tägliche Spülungen der Wunde und später auch krankengymnastische und/oder ergothera- peutische Behandlungsmaßnahmen zur Wieder- erlangung der vollen Funktion der betroffenen Hand notwendig.
Durch eine frühzeitige, adäquate und konsequente Behandlung können so auch schwere Infektionen an der Hand folgenlos ausheilen.
Gelegentlich notwendige Zweiteingriffe, wie z.B. die Lösung von Sehnen, die als Folge der Entzündung in der Sehnenscheide oder mit der Umgebung verklebt sind, können in der Regel Dauerschäden vermeiden oder zumindest verringern.

« zurück
oben