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Krankheitsbilder

Hallux rigidus/ Hallux limitus
Die Arthrose (Gelenkverschleiß) am Grundgelenk der Großzehe kann aus verschiedensten Gründen entstehen, oft bleibt aber die Ursache auch unklar. Es nach Ausprägung bestehen Schmerzen bei oder nach Belastung, aber auch in Ruhe. Zusätzlich kommt es auch zu einer Bewegungseinschränkung des Gelenkes. Dieses Krankheitsbild nennt man Hallux rigidus.




Abb.1: sichtbare Knochenbauten an der Großzehe

Cheilektomie
Hierbei werden die Knochenanbauten am Mittefuß-knochen und am Grundglied der Großzehe entfernt. Zusammen mit einer Gelenklösung können wir so die Beweglichkeit des Gelenkes verbessern.
Zusätzlich entfernen wir dabei die entzündete Gelenkschleimhaut. Dies führt zum einen zu einer Schmerzreduktion und zum anderen nimmt die Schwellneigung ab.
Dieses OP-Verfahren kann bei leichter und mittlerer Arthrose des Großzehengrundgelenkes sehr gute Ergebnisse erzielen.

Nachbehandlung:
  • elastischer Verband für 3-5 Tage
  • Physiotherapie ab dem ersten Tag
    nach der Operation
  • Vorfußentlastungsschuh für 2-4 Wochen
  • Fadenzug nach 12- 14 Tagen
  • eventuell Einlagenversorgung






Abb.3: Zu entfernende Knochenbauten an der Großzehe




Abb.4: Herausnahme eines Knochenkeils
zur Verbesserung der Abrollfähigkeit


Sämtliche bisher genannten OP-Verfahren für den Hallux rigidus können auch je nach Bedarf miteinander kombiniert werden. Bei richtiger Anwendung können wir damit über viele Jahre gute Ergebnisse erreichen.



Operation nach Keller-Brandes
Diese Operationsmethode war früher der „Gold-Standard“ bei der Arthrose des Großzehen-Grundgelenkes. Heute wenden wir dieses Verfahren nur noch in Ausnahmefällen an.
Wir entfernen dabei den Gelenkanteil des Grundgliedes der Großzehe. In den entstandenen Raum legen wir als Platzhalter einen Streifen der Gelenk-Kapsel ein. Die Stellung wird mit einem Draht vorübergehend fixiert, dieser wird nach 4-6 Wochen entfernt. In dem „Ersatzgelenk“ besteht in der Regel eine Restbeweglichkeit, die Funktion der Großzehe beim Laufen ist jedoch gestört und bringt langfristig keine stabilen Ergebnisse.

Nachbehandlung:
  • elastischer Verband für 3-5 Tage
  • Physiotherapie nach 5-7 Tagen
  • Spezialschuh für 6 Wochen
  • Fadenzug nach 12- 14 Tagen
  • eventuell Einlagenversorgung



Gelenkersatz
Es besteht prinzipiell auch am Großzehen-Grundgelenk die Möglichkeit ein künstliches Gelenk einzusetzen. Angeboten werden hierfür Total-Endoprothesen ( Ersatz beider Gelenkpartner ) oder Hemi-Prothesen ( Ersatz nur eines Gelenkpartners ).
Für beide Verfahren gibt es bisher keine Studie, die einen zuverlässigen Erfolg auch über viele Jahre zeigt. Die neuesten Modelle bringen in ersten Studien zumindest kurzfristig  bessere Ergebnisse als die ersten Modelle.

Der Einsatz einer solchen Prothese sollte im Einzelfall mit dem Patienten gesondert diskutiert und entschieden werden.






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